Caritas Zentrum Miesbach
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Geprüft und empfohlen
Erlebnisbericht einer Haushaltshilfe:

Der Einbruchsversuch

Der EinbruchsversuchIch betreute eine alte Dame, die schon leicht verwirt war. Sie lebte in einem kleinen Häuschen mit einem verwilderten Garten. Das Grundstück war mit einer soliden Mauer umzäunt.
Alles war bestens abgesichert. „Einbrecher“ sollten keine Chance haben.


Die alte Dame hörte sehr schlecht – so konnte sie oft die Glocke nicht hören. Ich musste meist erst mit ihr telefonieren, um überhaupt Einlass zu bekommen. Wenn wir zum Einkaufen fuhren sperrten wir uns förmlich aus dem Haus hinaus. Jede Türe, selbst die von der Küche, und vom Wohnzimmer wurde eigens versperrt. Wir verließen das Grundstück durch den Garten. Das letzte Schloss befand sich an einem schmiedeeisernen Tor, an einem gemauerten Bogen. Nicht auszudenken wenn wir den Schlüsselbund verlieren sollte! Doch alles ging gut. Oft erzählte sie mir von den verschiedenen „Einbruchsversuchen“ bei ihr, und wie sie mit den „Gaunern“ fertig geworden war. Liebevoll nannte ich sie deswegen Miss Marple.

Eines Tages verabschiedete ich mich von meinem schwerhörigen Schützling. Die Haustür fiel ins Schloss. Wie gewohnt wollte ich durch den Garten das Grundstück verlassen. Die schmiedeeiserne Pforte lies sich jedoch nicht öffnen! Ich rannte zurück ins Haus, hämmerte an verschiedene Fenster und an die Tür. Miss Marple hörte mich nicht. Wie sollte ich jemals wieder herauskommen? Nach langer Suche sah ich am Kellerabgang einen alten hölzernen Stuhl stehen. Den zerrte ich zur Mauer. Auf Zehenspitzen stehend, konnte ich mit größter Mühe die hohe Mauer mit einem sportlichen Klimmzug überwinden.

Bei meinem nächsten Besuch empfing mich Miss Marple mit einer neuen Einbruchsgeschichte. „…Stellen sie sich vor, den Stuhl hat der Einbrecher einfach an der Gartenpforte stehen lassen ….“.



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